München 2017

Fortbildungsreihe DILEMMATA vom 09.06. – 13.10.2017

Ort: Sachverständigenring, Belfortstraße 7, München

Uhrzeit: jeweils 14.00 – 20.00 Uhr

Kosten: 175 EUR pro Veranstaltung, 600 EUR für alle vier Veranstaltungen

 

Freitag, den 09.06.2017, 14.00 – 20.00 Uhr

DAS WECHSELMODELL

„Heil und Hindernisse gleichberechtigter Elternschaft“

Zwischen dem Elternwunsch nach Teilhabe und dem kindlichen Bedürfnis nach Klarheit

In Zeiten demokratischer Partnerschaft er-scheint das Wechselmodell als logische Fortsetzung der Idee einer gleichberechtigten Elternschaft.

Was aber bedeutet der dauernde Wechsel des Kindes zwischen den Haushalten und der familiären Gemeinschaft mit Mutter und Vater für das Kind? Welcher Voraussetzungen bedarf es, damit ein Kind durch das Wechselmodell profitiert? Welche Grenzen für die Organisation des Alltags wie auch die psychosoziale Entwicklung des Kindes ergeben sich durch das Wechselmodell? Gibt es Phasen, in denen das Wechselmodell besser, schlechter oder gar nicht funktioniert?

In diesem Seminarblock werden zunächst die juristischen Voraussetzungen für die Etablierung eines Wechselmodells dargelegt: Gibt es einen Anspruch auf die Einrichtung eines Wechselmodells? Wie sollte das Sorgerecht geregelt sein? Welche Folgen hat das Wechselmodell für Fragen des Unterhalts? Im psychologischen Teil der Fortbildung werden die Chancen und Risiken des Wechselmodells für die Entwicklung des Kindes, aber auch die Gestaltung des Familienalltags in beiden elterlichen Haushalten erläutert. Zuletzt soll die Frage diskutiert werden, welchen Einfluss gesellschaftliche Normen auf die Ausbildung von Familienstrukturen habe.

 

Freitag, den 14.07.2017, 14.00 – 20.00 Uhr

KINDESANHÖRUNG

 

 

Freitag, den 22.09.2017, 14.00 – 20.00 Uhr

KINDESWOHL & INOBHUTNAHME

 „Der große Plan zum Wohl und -wehe des Kindes“

Zwischen elterlicher Perspektive und gesellschaftlichen Konventionen

Oftmals erscheint das tatsächliche Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung für den Rechtsanwalt fraglich und fragwürdig, die Vermittlung gegenüber dem Mandanten schwierig und die Grenzen fließend.

Was macht die Kindeswohlgefährdung aus? Wo liegen die Schwierigkeiten, eine Kindeswohl-gefährdung zu erfassen, zu beschreiben und verständlich zu machen? Wie kann mit der Frage der Kindeswohlgefährdung tatsächlich zum Wohl des Kindes und zugleich nicht zum langfristigen Leid der Familie umgegangen werden? Welche kulturellen Erfahrungen und gesellschaftlichen Werte bestimmen unsere Sicht auf das Wohl des Kindes sowie die Idee einer guten Familie?

In diesem Seminarblock werden zunächst die Kriterien einer objektivierten, nachvollziehbaren Kindeswohlgefährdung aus juristischer Perspektive dargelegt. Dabei finden aktuelle Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2014 besondere Berücksichtigung, welche die Beeinträchtigung des Kindes durch die Maßnahme im Rahmen der Verhältnismäßigkeitsprüfung betonen. Sodann werden Aspekte kritischer familiärer Zustände und kindlicher Entwicklungsverläufe aus psychologischer Sicht erörtert. Im Hinblick auf eine Fremdunterbringung sollen v.a. auch die Auswirkungen der Trennung von Kind und Eltern auf die Betroffenen, auf die Familie, auf die Idee von Familie im Denken des Kindes und in den Erwartungen der Gesellschaft beleuchtet werden. Was rechtfertigt aus juristischer und psychologischer Sicht diesen massiven Eingriff in die kleinste und bedeutendste Gemeinschaft unserer Gesellschaft?

 

Freitag, den 13.10.2017, 14.00 – 20.00 Uhr

UMGANG

„Rechte, Pflichten, Emotionen

Zwischen Gerechtigkeit und Rechthaberei

Das Umgangsrecht wird in Gerichtsverfahren vielfach reklamiert und in der aktuellen Rechtsprechung hoch aufgehängt. Große Annahmen und Erwartungen sind mit der Idee einer möglichst umfassenden Gemeinschaft beider Elternteile mit dem Kind verbunden. Allerdings stehen nicht selten die Ansprüche und Rechte der Erwachsenen im Vordergrund, während ihre Pflichten sowie die Gefühle des Kindes in den Hintergrund treten.

Ein ausgewogener Umgang mit dem Umgangsrecht erscheint notwendig, um das Einfordern von Recht und Gerechtigkeit nicht zum Deckmantel eines unbedingten Rechthabens zu machen. Doch welcher Umgang, wann und wie viel wird den Bedürfnissen des Kindes gerecht?

In diesem Seminarblock wird die Frage des Umgangs aus der Sicht des Kindes thematisiert: Wie viel Eltern braucht ein Kind? Was bringt der Umgang dem Kind? Wie muss der Umgang ablaufen, damit Kind und Eltern ihn als Gewinn für sich und den anderen erleben? Während die rechtlichen Grundlagen des Umgangs aus juristischer Perspektive betrachtet werden, soll der Blick der Psychologie auf Kind und Eltern zu ermessen helfen, wie Umgang gestaltet werden muss, dass er gleichermaßen dem Kindes-wohl und elterlichen Wunsch nach Gemeinschaft mit dem Kind dient?

 

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